Unser KitaZeit - Blog

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2022-01-12

RUHEN & SCHLAFEN

Ein ritualisiertes, pädagogisches Angebot im Tagesablauf

In allen Einrichtungen der Kita Haar GmbH ist im ritualisierten Tageablauf die Schlaf- und Ruhezeit nach dem Mittagessen von etwa 2 Stunden (ca. 12:00 - 14:00 Uhr) im Konzept verankert. Um die Kinder gut in der Ruhe- und Schlafenszeit begleiten zu können, ist unsere Haltung sehr wichtig:
Ich helfe Dir, zur Ruhe zu kommen.

Wir gestalten die Schlaf- und Ruhezeit als pädagogisches Angebot, um auf das Bedürfnis der Kinder nach Ruhe einzugehen. 
Dazu stellen wir uns zunächst die Frage, was bedeutet und beinhaltet Schlafen und Ruhen? Entspannen, zur Ruhe kommen, Träumen, Bilder im Kopf entstehen lassen, Reflektieren, Kraft und Energie schöpfen, sich zurückziehen, zu sich kommen, bei sich sein, sich selbst wahrnehmen, Körperbewusstsein erleben, Auftanken, Regenerieren, das Mittagessen verdauen, Wachsen, Lernen – dies alles geschieht im Schlaf, in der Ruhezeit.
Damit wird auch die Frage beantwortet, warum eine Ruhezeit für Kinder wichtig ist. Es findet ein Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung statt, Kinder können  Erlebtes verarbeiten, Anspannungen lösen, Konflikte verarbeiten, um dann neue Kraft und Energie für den Nachmittag zu schöpfen, sich wieder zu konzentrieren, zu lernen, aufzunehmen und neue Erfahrungen zu sammeln. Kinder erfahren, hören und lernen Stille und bleiben im geistigen, seelischen und körperlichen Gleichgewicht. Ein Ausgleich zu einem oft lauten, ereignisreichen und informations- und eindrucksvollen Vormittag.
Wie gestalten wir die Schlaf- und Ruhezeit, und wie wird sie vorbereitet? Wie gestalten wir Pädagog*innen die Übergänge in die Ruhephase und zur Aufwachphase bis zur 1. Abholzeit bzw. Freispielzeit und späteren Brotzeit? Die Vorbereitungszeit beginnt schon mit dem Mittagskreis um 11:00 Uhr. In der Zunftstraße findet der Mittagskreis in den Gruppen statt, die Kinder versammeln sich nach dem Toilettengang/Wickeln und Händewaschen auf dem Teppich zu einem Kreis zusammen mit den
Pädagog*innen. Es werden Ereignisse des Tages besprochen, der Vormittag wird reflektiert, aktuelle Themen besprochen und diskutiert, eine Geschichte vorgelesen oder ein Lied gesungen.

Nach einem genussvollen Mittagessen in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre mit Beachtung einer angemessenen Tisch- und Esskultur begleiten wir die Kinder bei ihrer Körperpflege (Händewaschen, Toilettengang) geben Hilfestellung beim Umziehen und gehen mit ihnen in den Schlaf und Ruheraum. Dieser ist von uns und den Kindern vorbereitet worden und schafft eine angenehme, individuelle, ruhige Atmosphäre. Jedes Kind hat sein eigenes Bett, Stockbettschlafplatz, Nestchen oder eine Matratze. Um sich richtig wohlfühlen zu können, wird die Bettwäsche und der eigene Schlafanzug bzw. Schlafsack von zu Hause mitgebracht, und das allerliebste Kuscheltier darf dabei sein. Wir begleiten die Kinder leise in den Schlaf-/Ruheraum, jedes Kind wird individuell betreut, zugedeckt, und namentlich erwähnt. 
In all unserer Schlaf-/Ruheräumen sind die Pädagog*innen für die Kinder da – vor allem emotional, z.B. für kurze Gespräche, Streicheleinheiten, Beruhigung, Berührung, manchmal auch zum Naseputzen. Oft wird zusammen mit den Kindern ein Schlaf-Wiegenlied gesungen, in dem jedes einzelne Kind mit Namen erwähnt wird: „Still, still, still, weil der Benedict schlafen will…“ Im Schlafraum der Kindergartenkinder ist maximal bis zu einer halben Stunde entspannendes Programm (manchmal auch spannend!). Silvia Baumeister erzählt Donnerstag und Freitag Bettdeckengeschichten: jedes Kind staunt, welche Fantasien Frau Baumeister sich für seine Bettdecke ausdenkt, und es wird auch gelacht. An anderen Tagen werden Bilderbücher gezeigt, Geschichten und Märchen vorgelesen, oder die Kinder erfinden selber eine Geschichte. Ab und zu verwenden wir auch CDs z.B. Nina Nana von Sternschnuppe (Weltreise in einer Gute-Nacht-Geschichte verpackt), entspannende Instrumentalmusik, Gute-Nacht-Geschichten mit der Maus etc. Spieldosen, Spieluhren kommen auch zum Einsatz, außerdem erfinden Kinder mit Metallophon, Xylophon und Triangel Melodien in Pentatonik und spielen sehr harmonisch zusammen. Wenn es im Sommer sehr heiß ist, können die Kinder mit kaltem Wasser getränkte Waschlappen auf die Stirn legen, im Winter gibt es selbst hergestellte Wärmeflaschen. Mit Federn und Massagerollen, Schattenfigurenspiel erleben die Kinder weitere Sinneserfahrungen und Körperbewusstsein z.B. durch gegenseitiges Streicheln. Auch ein Schlaf-Ruhebuch wurde für die Kinder gemalt und gebunden („Schlaft all ihr Wellen auf dem Meer“ aus dem Pippi Langstrumpf-Film), und es wird gesungen und mit Gebärden unterlegt. 
Falls die Kinder bis 12:50 Uhr nicht eingeschlafen sind, gehen sie mit den Pädagog*innen in den Gruppenraum. Während die anderen Kinder weiterschlafen, ziehen sie sich an und gehen einer stillen Beschäftigung nach (Puzzeln, Malen, Buch). Dadurch lernen sie, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Manchmal wird auch in dieser Zeit gebastelt oder ein Gesellschaftsspiel gespielt. In dieser Zeit findet auch die Vorschule statt.
Um ca. 13:45 Uhr werden alle anderen Kinder behutsam, liebevoll und individuell geweckt. Die Kinder dürfen sich Zeit lassen beim Anziehen. Wir begleiten sie bei der Körperpflege (Anziehen, Toilettengang, Haare kämmen). Krippenkinder werden behutsam und mit sprachlicher Begleitung gewickelt und liebevoll angezogen, sodass alle Kinder einen guten Start in den Nachmittag haben. 
Das alles meinen wir, wenn wir von Schlafens- und Ruhezeit sprechen.

Bärbl Chalupper, Zunftstraße

Caro - 15:25:31 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen

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