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2021-11-10

IN DER RUHE -UND NÄHE- LIEGT DIE KRAFT!

Der Herbst ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Zeit. Die Natur bereitet sich mit einer wundervollen Farbenpracht auf den bevorstehenden Winter vor. Für uns in den Kindertagesstätten bedeutet die Herbstzeit: Es beginnt etwas Neues.  Wir begrüßen neue Familien in unseren Einrichtungen. Es ist für alle eine intensive Zeit, die viel Achtsamkeit und Sensibilität seitens uns Pädagog*innen erfordert. Für die Kinder und ihre Familien, die bei uns beginnen, ist es ein Start in einen neuen Lebensabschnitt. Die Kinder bauen Beziehungen zu Bezugspersonen auf – eine sehr sensible Phase in ihrem Leben, die mit Abschied und Neuanfang verbunden ist und mit vielen Emotionen. Die Kinder, die schon länger bei uns sind, finden eine veränderte Gruppenkonstellation vor. Neue Kinder kommen, Eltern sind in der Gruppe, Praktikant*innen beginnen ihre Ausbildung bei uns.  Sie benötigen uns als Bezugspersonen, um sich in dieser veränderten Umgebung neu zu orientieren.
In dieser intensiven Phase hat die zuverlässige Kontinuität im Tagesablauf einen besonders hohen Stellenwert. Die Kinder zeigen uns sehr deutlich, wenn ihnen dieser wichtige Halt geben-de Rahmen (noch) fehlt.  Es kann leicht zu Unruhe in der Gruppe kommen.  Dabei benötigen die Kinder eine ruhige und liebevolle Umgebung, um sich entfalten und lernen zu können. Daher ist unsere Aufgabe als Pädagog*innen, Unruhe möglichst zu vermeiden. Warum ist das so wichtig und wie können wir dazu beitragen?

Kinder im Krippenalter sind sehr stark abhängig von den sie umgebenden Bedingungen. Sie nehmen Stimmungen sensibel wahr und reagieren auf sie. Eine ausgelassene, fröhliche Atmosphäre im Raum kann ein Lachen beim Kind hervorrufen, ebenso wie Unruhe, Weinen und Streit allein durch die Wahrnehmung Weinen auslösen kann (emotionale Ansteckung). In den ersten Lebensjahren sind Kinder noch nicht ausreichend in der Lage, ihre emotionalen Reaktionen zu kontrollieren. Zwar verfügen schon Säuglinge über Selbstregulationsstrategien (z. B. Blickkontakt zur Bezugsperson, Daumenlutschen, Wegdrehen des Kopfes), um diese auszubauen sind sie jedoch auf die Unterstützung erwachsener Bezugspersonen angewiesen. Allein können sie ein hohes Erregungsniveau nicht senken. Und das bedeutet bei negativen Gefühlen Stress für den kindlichen Körper.
Wir Erwachsenen helfen den Kindern sich zu regulieren (Ko-Regulation). Dies tun wir im ersten Schritt durch die sensible Wahrnehmung und Deutung ihrer Signale. Eine gerunzelte Stirn, erhöhte Muskelspannung, ein starrer Blick, Rückzug – all dies können „stille” Anzeichen für innere Unruhe sein, die schon vor lautem Weinen und Schreien auftreten können. Die stetige Überprüfung des Gemütszustandes der Kinder ist daher eine zentrale Aufgabe in einem pädagogischen Alltag, in dem die Bedürfnislagen der Kinder sehr vielfältig sind und sich von Moment zu Moment prompt ändern können. Die Pädagog*innen beantworten das beobachtete Verhalten der Kin-der, indem sie Nähe suchen und dem Kind mimisch und verbal seine Gefühlslage spiegeln. Durch ein solches Vorgehen lernen die Kinder nach und nach die Vielfalt ihrer emotionalen Zustände kennen und erfassen die Zusammen-hänge zwischen ihrem Verhalten und Faktoren in der Umgebung. Allein diese Zuwendung kann dem Kind helfen in eine innere Ruhe zu finden. Dabei kennen wir viele unterschiedliche Wege, die wir je nach Situation beschreiten: Körperliche Nähe und Berührung in Verbindung mit sanfter, einfühlsamer Ansprache sind im Krippenall-tag „täglich Brot”. Die Kinder benötigen die Nähe zu den Bezugspersonen, um sich zu entspannen und wieder auf ihre Umgebung einlassen zu können. Doch auch Bewegung (z. B. Schunkeln) und Gesang können zur Entspannung beitragen. Musik ist auch ein wichtiges Instrument, einen verlässlichen strukturierten Tagesablauf zu gestalten.
Die sich täglich wiederholenden Rituale an den Tagesabschnittspunkten vermitteln den Kindern Orientierung und Sicherheit. Ins-besondere Übergangssituationen zwischen den Tageszeitpunkten (z. B. vom Spielen zum Mittagskreis) können Quellen von Unruhe und Unsicherheit und somit von Stress sein. Daher gehören gut geplante Übergänge gepaart mit Ritualliedern zu den tragenden Säulen der pädagogischen Arbeit. Sie vermitteln Verlässlichkeit und machen den Alltag für die Kinder zumindest für einen Teil vorhersehbar.

Nicht zuletzt ist ein intensiver Austausch mit den Eltern das A und O in der pädagogischen Arbeit. Wir geben den Kindern gemeinsam Halt und begleiten sie durch ihre ersten Jahre. Eine gute Beziehung zwischen Eltern und Einrichtung ist wie das Fundament für ein Haus: sie gibt Stabilität und Sicherheit. So können wir noch viele Neuanfänge gemeinsam bestreiten.

Isabelle Krok,
Dachauer Str. rechts

Caro - 17:02:09 @ Allgemein



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